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Ossiloop 1. Etappe:
An der Spitze ging es um Sekunden
OSSILOOP Georg Diettrich und Inga Jürrens gewinnen 1. Etappe / Über 2200 Läufer in Bensersiel am Start / Kopf-an-Kopf-Rennen: Bis zum Ziel lagen Georg Dietrich und Stephan Immega gleich auf. Am Ende gewann Diettrich mit sechs Sekunden Vorsprung. Der Vorjahressieger des Ossiloops hatte überraschend nachgemeldet. Martin Buss gewinnt Altersklasse der Jungen.![]()
BENSERSIEL – Gestern startete der 29. Ossiloop. Rund 2200 Läufer machten sich auf den 69,3 Kilometer langen Etappenlauf quer durch Ostfriesland. Mit dem Start in Bensersiel geht es diesmal „van't Meer na Leer“, also andersrum als in den vergangenen 28 Jahren. Auf der ersten 11,2 Kilometer langen Etappe gab es gleich ein Duell, wie es spannender kaum hätte sein können. Der Braunschweiger Vorjahressieger Georg Diettrich und der Seriensieger Stephan Immega (LG Harlingerland), der 2005, 2006, 2007 und 2008 den Ossiloop für sich entschied, kämpften an der Spitze um Sekunden. Schließlich gewann Dietrich das Rennen in 35:24 Minuten. Immega kam sechs Sekunden nach ihm ins Ziel. Platz drei ging an Gerd Wolzen (VfL Germania Leer) mit 37:43. Für Immega kam der Angriff von Georg Diettrich überraschend, da dieser noch kurzfristig nachgenannt hatte und als Tagesläufer mitmachen wollte, da seine Teilnahme an allen sechs Läufen aus beruflichen Gründen in diesem Jahr unmöglich schien. „Wir sind vor zwei Wochen schon bei den Landesmeisterschaften in Wolfenbüttel auf 10000 Meter gegeneinander gelaufen. Da war ich noch vier Sekunden schneller“, sagte Immega. Bei den Frauen machte Inga Jürrens (Emder LG) das Rennen in 44:01. Sie hatte bereits 2002, 2003 und 2005 den Ossiloop gewonnen. Vorjahressiegerin Eva Brinkmann (Germania Leer) musste sich auf der ersten Etappe mit Platz zwei zufrieden geben (44:28). Ihr auf den Fersen ist Sonja Hoogestraat (LG Harlingerland), die Ossiloopsiegerin der Jahre 2007 und 2008, mit einer Zeit von 45:09. Bei den Jungen siegte Martin Buss (LG Harlingerland; 38,10) vor Dirk Hanken (Uplengen; 41,31). Platz drei ging an Johannes Wiltfang (Pewsumer Windhunde; 42,24). Bei den Mädchen gewann Mareike Bruhnken (MTV Jever; 54,57) vor Dorothea Heldt (NIGE Esens; 56,46) und Imke Duin (SV Holtland; 56,57). Am Freitag, 30. April, folgt die zweite Etappe über 11,9 Kilometer von Dunum nach Plaggenburg. In einer Woche steht die „Königsetappe“ von Plaggenburg nach Holtrop an. Mit 13,9 Kilometern ist es die längste Etappe des Volkslaufs.
„Alleine hätte ich niemals so viel Spaß gehabt“
OSSILOOP Wie Johann Hinrichs seine Tochter Wiebke mit der Leidenschaft für das Laufen ansteckte
BENSERSIEL – Erstmal orientieren. Zahlreiche Ossilooper sind schon vor Ort, minütlich werden es mehr. Viele von ihnen müssen sich noch die Startnummern organisieren. Johann und Wiebke Hinrichs brauchen sich darum nicht mehr zu kümmern. Die Ziffern der beiden Wittmunder liegen schon bereit, warten in dem Reisebus, der sie und zahlreiche andere Läufer an die Nordsee gebracht hat. Und so bleibt noch etwas Zeit. Zeit, um zu schauen, aus welcher Startbox die beiden starten, Zeit für einen Plausch am Rande. Zum Beispiel mit Martin Buss, der von seinem Trainer Uwe Rolf die letzten Instruktionen bekommt. Das Lauftalent der LG Harlingerland erwartet einen spannenden Spitzenkampf. „Wir laufen entspannt weiter hinten“, sagt Johann Hinrichs, nicht ohne Buss noch alles Gute zu wünschen. Hinrichs läuft nach sieben Jahren erstmals wieder den Ossiloop. Der Grund dafür steht an seiner Seite. Seit November bereiteten sich Vater und Tochter Wiebke auf den beliebten Volkslauf vor. Meistens ging es an der Carolinensieler Straße entlang. „Die startet direkt vor unserer Haustür“, sagt Johann Hinrichs. Generalprobe war vor wenigen Wochen der Oldenburger Straßenlauf über zehn Kilometer. 56:18 Minuten war die Referenzzeit für den Ossiloop. Startgruppe sieben bedeutete das, knapp an Nummer sechs vorbei. „Alleine hätte ich sicherlich niemals so viel Spaß gehabt“, sagt Wiebke Hinrichs. Ihr Vater habe sie zum Laufsport „verleitet“. „Papa hat mich am Anfang gebremst, irgendwann kam dann dieses seltsame Glücksgefühl“, schwärmt die 18-Jährige. So langsam wird es ernst, die Anspannung steigt. Johann Hinrichs prüft nochmal die Pulsuhr. 73 zeigt sie an. Wiebke hat keine. Ihre Herzfrequenz wäre wegen der steigenden Aufregung sicherlich um Einiges höher. „Das Adrenalin hilft“, macht ihr Johann Hinrichs Mut. Dann geht es zum Start, irgendwo zwischen den über 2200 Laufbegeisterten verschwinden die beiden in der Masse. Der Startschuss erfolgt, los geht es. Nach wenigen Metern durchqueren Vater und Tochter das Bensersieler Hafentor, noch 200 Meter Asphalt, dann reiht sich das Gespann ein in die schier nicht enden wollende Schlange der Ossilooper auf dem Deich Richtung Esens. Die Hälfte der Strecke ist geschafft, Zuschauer in der Bärenstadt feuern die beiden wie auch jeden weiteren Läufer frenetisch an. „Es geht gut“, ruft Johann Hinrichs entspannt. Wiebke Hinrichs hat ein Lächeln im Gesicht. Auch ihr Blick sagt: Es läuft gut. „Der erste Kilometer war sehr schnell“, sagt Hinrichs im ersten Etappenziel in Dunum. Er und Wiebke genossen die malerische Strecke und die Ruhe im Feld. Am Ende liefen sie in einer Zeit knapp über einer Stunde durchs Ziel. „Alles war super. Man fühlt sich wie neu geboren“, freut sich Wiebke. Jetzt geht es an die nächsten Etappen. Vor der vierten, in der nächsten Woche am Freitag, wartet jedoch zunächst eine ganz andere Aufgabe auf die Schülerin. Die mündliche Abiturprüfung steht vor dem Start in Holtrop auf dem Programm. Eine gute Note wirkt da sicherlich beflügelnd.
Vorberichte:
Heute fällt Startschuss zum 29. Ossiloop
AUSDAUERSPORT Lauf von Bensersiel nach Leer: Drei Wochen, sechs Etappen und 69,3 Kilometer Über 2000 Starter haben sich für den Volkslauf angemeldet. Erste Etappe von Bensersiel nach Dunum.
BENSERSIEL/LEER – Heute fällt der Startschuss zum 29. Ossiloop. Über 2000 Läufer haben sich angemeldet und wollen bis zum 14. Mai Ostfriesland in sechs Etappen durchqueren. Erstmals geht es „van’t Meer na Leer“. Also entgegen der bisherigen Streckenführung von Bensersiel nach Leer. Insgesamt liegen 69,3 Kilometer vor den Aktiven. Los geht es heute Abend in Bensersiel. Die erste Etappe ist 11,2 Kilometer lang und führt nach Dunum. Wer sich heute das gelbe Trikot des Führungsläufers holt und dies vielleicht sogar bis ins Ziel nach Leer verteidigt, bleibt abzuwarten. Bei den Männern wird sich das Führungsfeld unter anderem aus Achim Groenhagen (LG Harlingerland) und Onno Ringering (VfL Germania Leer), die im letzten Jahr auf den Plätzen drei und vier landeten, sowie Seriensieger Stephan Immega (LG Harlingerland) zusammensetzen. Immega, der 2005, 2006, 2007 und 2008 den Ossiloop gewann, wird in diesem Jahr voraussichtlich nicht auf den Braunschweiger Vorjahressieger Georg Dietrich stoßen, da sich dieser bislang noch nicht angemeldet hat. Am Freitag, 30. April, folgt die zweite Etappe über 11,9 Kilometer von Dunum nach Plaggenburg. In einer Woche steht die „Königsetappe“ von Plaggenburg nach Holtrop an. Mit 13,9 Kilometern ist es die längste Etappe des Volkslaufs, dafür erwartet die Sportler im Ziel erstmals ein Duschtruck. Der Luxus einer erfrischenden Dusche direkt nach dem Zieleinlauf und nicht erst nach langer Heimfahrt, wird gesponsert von der Sanitärfirma Lienemann aus Holtrop. Am 7. Mai geht es weiter auf die „Mühlenetappe“ von Holtrop nach Bagband (elf Kilometer). Am 11. Mai erwartet die Läufer die kürzeste Etappe (8,5 Kilometer) von Gut Stikelkamp nach Holtland, bevor es am 14. Mai auf den 13,2 Kilometer langen Endspurt von Holtland nach Leer geht. Im Ziel, auf dem Leeraner Denkmalplatz, erwartet die Läufer eine große Siegesparty. Es wird spannend, wer von den Frauen auf dem Denkmalplatz jubeln wird. Die Ossiloopsiegerin von 2002, 2003 und 2005, Inga Jürrens (Emder LG), hat bereits gemeldet. Auch die Siegerin der Jahre 2007 und 2008, Sonja Hoogestraat (LG Harlingerland), ist wieder mit dabei. Und auch Vorjahressiegerin Eva Brinkmann (Germania Leer), die einen hervorragenden Etappenlauf absolvierte, wird wieder mit um die Führung kämpfen. Spannend ist auch der Volksbanken-Raiffeisenbanken- Firmencup sowie die Vereinswertung. Bester Verein wurde im Vorjahr bei den Männerteams die LG Harlingerland und bei den Frauenteams der VfL Germania Leer. Wer sich als Tagesläufer versuchen möchte, kann für fünf Euro eine der sechs Etappen mitlaufen. Nur wer heute als Tagesläufer mal „schnuppern“ möchte, kann sich noch für die gesamte Strecke nachmelden. Spätere „Ummeldungen“ vom Tagesläufer zum „Dörlooper“ sind nicht mehr möglich. Alle Informationen zum Ossiloop, zur Anmeldung, zu den Teilnehmern und auch Kontaktmöglichkeiten zum Organisationsleiter Edzard Wirtjes gibt es unter www.ossiloop.de
Laufen nach dem Stundenplan dient der Vorbereitung
AUSDAUERSPORT 25 NIGE-Schüler sind beim Ossiloop dabei / Im Sportunterricht wurde seit Januar intensiv traininert
ESENS – Ossiloop als Studienfach. Am Niedersächsischen Internatsgymnasium in Esens (NIGE) kein Problem. Auch in diesem Jahr bietet der Studiendirektor und stellvertretende Schulleiter des NIGE, Tjark-Fokken Emken, wieder ein Lauftraining im Leichtathletikkurs der Oberstufe an. Schüler dieses Kurses haben sich nun im Rahmen ihres Sportunterrichts seit Januar intensiv auf den Ossiloop vorbereitet. Zweimal in der Woche stand Lauftraining auf dem Stundenplan. Außerdem gab es noch ein freiwilliges Training und ein Großteil der Läufer ist auch noch in anderen Sportarten aktiv. Neben den Teilnehmern dieses regulären Leichtathletikkurses nehmen aber auch zahlreiche andere sportbegeisterte Schülerinnen und Schüler des NIGE am Ossiloop teil. So laufen auch Teilnehmer des Einführungskurses in die Sporttheorie im Jahrgang zehn mit, um praktische Erfahrungen bezogen auf das Themenfeld „Ausdauerleistungsfähigkeit“ zu sammeln. Insgesamt gehen neun Mädchen und sechzehn Jungen im Alter von sechzehn bis achtzehn Jahren für die Schule heute in Bensersiel an den Start auf die erste Etappe in Richtung Leer. Bei den Vorbereitungen zum Ossiloop wurde die Laufdistanz langsam gesteigert. „Anfangs haben wir drei bis fünf Kilometer absolviert. Jetzt schaffen alle die Zehn-Kilometer-Distanz.“, berichtet Tjark-Fokken Emken. Trotzdem haben die Läufer großen Respekt vor dem Ossiloop. Insbesonder.e die längeren Etappen lehren den Läufern das Fürchten. In dem langen Winter war das Training nicht immer problemlos. Bei schlechtem Wetter wurde in der Halle trainiert. Trotzdem wurde auch im Winter draußen gelaufen. „Die Schüler haben Eis und Schnee getrotzt“, erzählt der Studiendirektor. Mit von der Partie beim Ossiloop sind auch die Lehrer Wolfgang König und Gerd Amberg. Für den Start beim Ossiloop 2010 hat der Laufkurs extra neue Lauf-Shirts mit dem NIGE-Emblem angeschafft, sowohl als Erkennungszeichen, als auch als Erinnerung an ein besonderes Lauferlebnis. Einige der jungen Läufer haben auch in den vergangenen Jahren die ein oder andere Etappe beim Distanz- Lauf von Leer zum Meer mitgelaufen. Auch Tjark-Fokken Emken selbst ist aktiver Ossilooper. Er hoffen, dass er in diesem Jahr alle Etappen mitlaufen und dann auch seine 25. Ossiloop- Etappe feiern kann. Im vergangenen Jahr wurde der Gymnasial-Lehrer verletzungsbedingt ausgebremst





